Die wichtigsten Endoparasiten des Pferdes

Name

Auftreten

Infektionsquelle

Schadwirkung

Zwergfadenwurm

  • Nur bei Fohlen

Aufnahme der Larven geschieht überwiegend mit der Stutenmilch

  • Lunge: Blutungen, ggf. Lungenentzündung
  • Magen-Darm: Durchfall, Veränderung der Darmschleimhaut
  • Mattigkeit, Wachstumsverzögerungen

Spulwurm

  • Bei Fohlen und Jährlinge

Spulwurmeier aus der Außenwelt

  • Lunge: Blutungen, Husten, Atembeschwerden
  • Magen-Darm: Darmentzündung, Durchfall, auch Darmverschluß
  • Allgemein: Waschstumsstörungen, Mattigkeit, struppiges Haarkleid

Blutwurm

  • Unabhänigig vom Alter der Pferde
  • Weideinfektion

Aufnahme der Larven mit dem Weidegras

  • Lunge: Verletzung der Innenauskleidung der Gefäße, . Thrombenbildung. Ausweitung der Blutgefäße (Aneurysmen). Platzen der Arterien
  • Magen-Darm: Koliken infolge der Minderdurchblutung

Kleiner Palisadenwürmer

  • Unabhänigig vom Alter der Pferde
  • Weideinfektion

Aufnahme der Larven mit dem Weidegras

  • Magen-Darm: Blutungen in der Schleimhaut. Blutverlust durch Saugen der Larven. Zerstörung der Schleimhaut, verminderte Resorption
  • Allgemein: Abmagerung, Koliken, Wachstumsstörungen

Onchocerca spp.

  • Unabhänigig vom Alter der Pferde
  • Weideinfektion

Über Stechmücken als Zwischenwirt

  • Nacken: Glasig durchscheinende Streifen. Ödeme mit Fistelkanälen
  • Gliedmaßen: Knotenartige Hautveränderungen

Lungenwurm

  • Unabhänigig vom Alter der Pferde
  • Weideinfektion

Aufnahme der Larven mit dem Futter (Hauptwirt Esel)

  • Bronchien: Vermehrte Schleimproduktion, trockener Husten, Atemnot, Anfälligkeit für bakterielle oder virale Infektion
  • Allgemein: Verminderte Freßlust, beidseitiger Nasenausfluß

Magenwurm

  • Tritt vor allem bei Fohlen während der Weidesaison

Aufnahme der Larven mit dem Weidegras

  • Magen-Dünndarm: Nekrosen, Durchfall
  • Allgemein: Freßunlust,Blutarmut, Wachstumsstörungen

Rollschwanz

  • Unabhänigig vom Alter der Pferde
  • Weideinfektion

Larven werden von Fliegen am Maul oder in Hautwunden abgesetzt

  • Sommerwunden: Larven nisten sich in Wunden ein, schlechte Heilung wührend der warmen Jahreszeit
  • Magen-Darm: chronische Magenentzündungen, Blutungen, Magengeschwüre, Verdauungsprobleme

Magendassel

  • Unabhänigig vom Alter der Pferde
  • Fliegen im Sommer, Larven von Herbst bis Frühjahr im Magen

Aufnahme der Eier, die an den Vorderbeinen, Schultern, Flanken abgesetzt wurden

  • Magen: Schleimhautentzündungen, Geschwüre, Magendurchbruch, Koliken
  • Allgemein: Appetitlosigkeit, Abmagerung, Anämie

Pfriemenschwanz

  • Ältere Pferde
  • Stall-Periode

Aufnahme der Eier aus der Außenwelt

  • Magen_Darm: Schädigung der Dickdarmschleimhaut, Koliken
  • Haut: Ekzeme infolge des Scheuerns, Abbrechen der Schweifhaare,"Rattenschwanz"

 

Empfehlungen zu Behandlungszeitpunkt und -häufigkeit

1.

NEUZUGÄNGE

 

Neu in den Betrieb gebrachte Pferde sollen vor dem Einstallen entwurmt und nach der Behandlung wenigstens 2 Tage isoliert gehalten werden.

2.

Stuten

 

Stuten sollen gleich nach dem Abfohlen mit einem Präparat behandelt werden, das die im Gesäuge ruhenden Zwergfadenwurm-Laven abzutöten vermag. So kann die Gefahr einer Zwergfadenwurm-Erkrankung reduziert werden. Danach sollten Stuten und Fohlen bis zum Absetzen in Abständen von nicht weniger als acht Wochen behandelt werden.

3.

Fohlen und Jährlinge

 

Bei Fohlen empfiehlt sich die Behandlung im Alter von 6 bis 8 Wochen zur Bekämpfung des Spulwurms und danach weitere Behandlungsmassnahnen im Abstand von nicht weniger als ( Wochen zum Schutz wührend dieser wichtigen Entwicklungsphase.

4.

Erwachsene Pferde

 

Erwachsene Pferde sollten kurz vor dem Austrieb und zweimal während der Weideperiode in Abständen von nicht weniger als acht Wochen behandelt werden.

5.

Aufstallung

 

Generell sollten alle Pferde im Herbst einer Einstallungsbehandlung unterzogen werden, um die Gefahr eines Befalls mit Magen-Darmwürmern und der Magendassel zu reduzieren. Letzteres ist nur möglich, wenn ein Wurmmittel eingesetzt wird, das eine Wirkung gegen alle 3 Larvenstadien der Magendassel hat.

6.

Stallhaltung/Offenstall

 

Bei einer Artgerechter Offenstallhaltung erwachsener Pferde empfiehlt sich eine dreimalige Behandlung pro Jahr (Frühjahr, Sommer, Herbst)

Wirkspektrum

Da die Endoparasiten des Pferdes sehr unterschiedliche Lebenszyklen besitzen, sind wichtige Kriterien für die Wahl eines geeigneten Präparates zur Entwurmung: breites Wirkspektrum, gute Wirkung auf die Entwicklungsstadien der Endoparasiten und gute Verträglichkeit. Es sollte darauf geachtet werden, daß

# der Blutwurm erfaßt wird,

# alle Lavenstadien der Magendassel sowie der Spulwürmer miterfaßt werden,

# die kleinen Palisadenwürmer erfaßt werden,

# eine Wirksamkeit gegenüber dem Lungenwurm gegeben ist.

Wichtig: Besprechen Sie Behandlungsprogramme und einzusetzende Präparate mit Ihrem Tierarzt. Er berät Sie gerne.